Hallo Dividendenfreunde! Nachdem der Beitrag zu den Dividenden im Mai etwas länger auf sich warten lassen hat, folgt der Juni nun ebenfalls etwas verspätet. Der Monat hat es cashflowtechnisch definitiv in sich gehabt, denn insgesamt sind fast 5.000 € an Dividenden zusammengekommen. Besonders auffällig ist dabei gewesen, dass meine fünf größten Zahler dieses Mal ausnahmslos aus dem Tankerbereich waren.
Warum die Ausschüttungen von Frontline, International Seaways, TORM, Hafnia und Okeanis Eco Tankers so hoch ausgefallen sind, welche Unterschiede zwischen den einzelnen Unternehmen bestehen und warum ich diese Einnahmen trotzdem nicht einfach in die Zukunft fortschreibe, erfahrt ihr im heutigen Beitrag. Viel Spaß beim Lesen!
Cashflow Mosaic Newsletter

Für alle die neugierig sind, was im Vormonat so alles bei mir in Sachen Cashflow und Investmens los war, dem kann ich meinen Cashflow Mosaic Newsletter ans Herz legen. Zum einen werdet ihr als Newsletter-Abonnent über neue Blogbeiträge informiert, zum anderen gibt es am Monatsanfang (sobald ich alles getrackt habe) regelmäßig Lesematerial für euch und ihr kriegt als erste Insights über meine Einnahmen, Käufe und Verkäufe und welche Themen künftig anstehen.
Hier seht ihr ein Beispiel des Newsletter.
Dividenden im Juni 2026
Kommen wir nun wie üblich zu Pudels Kern, nämlich den Dividenden im Juni 2026. Die Ausschüttungen habe ich weiterhin händisch in Portfolio Performance erfasst, obwohl ich parallel verschiedene Portfolio Tracker verwende. Das hat zwar etwas Zeit gekostet, sorgt aber gleichzeitig dafür, dass ich mich regelmäßig und ziemlich detailliert mit meinen Einnahmen beschäftige.
Insgesamt sind im Juni 4.936,29 € an Dividenden auf meinen Konten eingegangen. Damit ist der Juni einer der mit Abstand stärksten Monate des bisherigen Jahres gewesen!


- Frontline PLC (FRO)
Den mit Abstand größten Cashflow Beitrag hat Frontline geliefert. Mit umgerechnet 1.088,48 € Dividende hat mir erst zum 2. Mal eine einzelne Position innerhalb eines Monats mehr als 1.000 € ausgeschüttet.
Frontline hat für das erste Quartal eine Dividende von 1,55 USD je Aktie erklärt. Der Betrag hat exakt dem bereinigten Gewinn je Aktie entsprochen, was kein Zufall gewesen ist, da Frontline seine Ausschüttung grundsätzlich am Adjusted EPS ausrichtet. Der bereinigte Quartalsgewinn von 344,9 Millionen USD ist gleichzeitig der höchste seit Q4 2004 gewesen.
Dass die Dividende so hoch ausgefallen ist, hat an den außergewöhnlich profitablen Bedingungen im Tankermarkt gelegen. Frontlines VLCCs haben im ersten Quartal durchschnittlich 103.500 USD pro Tag erzielt, während die Suezmax Flotte auf 72.400 USD und die LR2 sowie Aframax Flotte auf 50.700 USD gekommen ist.
Noch beeindruckender ist der Blick auf das zweite Quartal gewesen. Zum Zeitpunkt der Zahlen sind bereits 82 % der verfügbaren VLCC Tage zu 181.700 USD und 79 % der Suezmax Tage zu 131.300 USD gebucht gewesen. Diesen Einnahmen haben Cash Breakeven Raten von nur rund 24.000 USD pro Tag gegenübergestanden.
Frontline hat dabei nicht nur von einer starken Nachfrage profitiert, sondern auch von den erheblichen Ineffizienzen, welche die Eskalation rund um den Iran und die Straße von Hormus ausgelöst hat. Längere Routen, veränderte Ölströme, Wartezeiten und eine zurückhaltendere Positionierung zahlreicher Reedereien haben effektiv das Angebot an verfügbaren Schiffen reduziert.
Diese Situation ist für Frontline kurzfristig hochprofitabel gewesen. Gleichzeitig darf man nicht vergessen, dass eine länger anhaltende Unterbrechung wichtiger Ölströme auch die Weltwirtschaft und damit letztlich die Nachfrage nach Öltransporten belasten könnte. Hinzu kommen höhere Versicherungsprämien, zusätzliche Sicherheitskosten und operative Risiken, welche die Rechnung für die Reedereien verschlechtern könnten.
Die vierstellige Ausschüttung ist daher natürlich großartig gewesen, stellt aber definitiv keine neue Normalität dar!
- International Seaways (INSW)
Während Frontline seine Dividende eng am bereinigten Gewinn ausgerichtet hat, hat International Seaways bei der Kapitalrückführung noch eine Schippe draufgelegt. Das Unternehmen hat eine Gesamtdividende von 4,55 USD je Aktie erklärt, die gleichzeitig die höchste Quartalsdividende der eigenen Unternehmensgeschichte dargestellt hat. Mir sind insgesamt 458,95 EUR Dividende zugeflossen.
Lediglich 0,12 USD sind auf die reguläre Basisdividende entfallen. Die restlichen 4,43 USD hat das Unternehmen als Supplemental Dividend ausgeschüttet.
Das Management hat die Ausschüttungsquote auf 85 % des bereinigten Gewinns erhöht und zusätzlich eine diskretionäre Komponente ergänzt. Möglich geworden ist das nicht nur durch starke operative Ergebnisse, sondern auch durch den Verkauf von sieben älteren Schiffen, die im ersten Quartal rund 216 Millionen USD an Erlösen eingebracht haben.
Gleichzeitig hat die Net Loan to Value Quote bei weniger als 7 % gelegen, während International Seaways über fast 918 Millionen USD an Liquidität verfügt hat. Die hohe Ausschüttung ist somit nicht auf Kosten einer ohnehin angespannten Bilanz erfolgt.
INSW gefällt mir insbesondere aufgrund seiner gemischten Flotte. Das Unternehmen ist sowohl mit großen Rohöltankern wie VLCCs und Suezmax Tankern als auch mit verschiedenen Produktentankern aktiv, wodurch International Seaways breiter aufgestellt ist als ein reiner VLCC oder Product Tanker Player.
Dazu kommt, dass die Trennung zwischen Clean und Dirty Trading in der Praxis weniger eindeutig ist, als viele Anleger vermuten. Die LR1 Flotte von International Seaways hat zeitweise ausschließlich Rohöl transportiert, obwohl LR1 Schiffe grundsätzlich dem Produktentankersegment zugerechnet werden.
Parallel dazu hat das Unternehmen seine Flotte konsequent verjüngt. Ältere MR Tanker und VLCCs sind verkauft worden, während neue LR1 Produktentanker übernommen worden sind. Dadurch ist das Durchschnittsalter der Flotte gesunken, wobei ein Teil der hohen Mittelzuflüsse natürlich direkt wieder in neue Schiffe investiert werden muss.
Die Dividende von 4,55 USD sollte deshalb nicht als dauerhafte Basis betrachtet werden. Der reguläre Teil hat weiterhin nur 0,12 USD betragen. Alles darüber hängt vom jeweiligen Gewinn, möglichen Schiffsverkäufen, der Bilanzsituation und den Kapitalallokationsentscheidungen des Managements ab.
- TORM plc (TRMD)
Mit umgerechnet 396,61 € Dividende hat sich TORM den dritten Platz gesichert. Im Gegensatz zu Frontline und Okeanis liegt der Fokus hier allerdings nicht primär auf Rohöl, sondern auf raffinierten Produkten wie Diesel, Benzin oder Kerosin.
Für das Q1 hat TORM 0,70 USD je Aktie ausgezahlt. Das hat rund 58 % des Quartalsgewinns entsprochen und deutlich über den 0,40 USD gelegen, die im vergleichbaren Vorjahresquartal ausgeschüttet worden sind. Gleichzeitig ist der Gewinn je Aktie von 0,64 USD auf 1,21 USD gestiegen.
Der Product Tanker Markt hat gleich von mehreren Entwicklungen profitiert. Einerseits haben sich die Handelswege für Raffinerieprodukte in den vergangenen Jahren verlängert. Andererseits sind zahlreiche größere LR2 Tanker in den sogenannten Dirty Trade gewechselt, da dort zeitweise noch höhere Raten für den Transport von Rohöl erzielt werden konnten.
Dadurch haben diese Schiffe im Markt für saubere Raffinerieprodukte gefehlt, wodurch sich das dort verfügbare Angebot zusätzlich verknappt hat.
Dass Product Tanker keineswegs zwingend dauerhaft clean fahren müssen, wird häufig unterschätzt. Ein Wechsel in den Dirty Trade ist grundsätzlich möglich, wobei die spätere Rückkehr in den Transport sauberer Produkte mit Aufwand, Zeit und Reinigungskosten verbunden ist.
TORM hat im ersten Quartal flottenweit durchschnittliche TCE Raten von 34.937 USD pro Tag erzielt. Bei Veröffentlichung der Zahlen sind bereits 57 % der verfügbaren Tage des zweiten Quartals zu durchschnittlich 71.494 USD gebucht gewesen.
Aufgrund dieses starken Marktumfelds hat das Unternehmen seine Prognose für das Gesamtjahr deutlich angehoben.
Neben der Dividende sollte man auch die laufende Erweiterung der Flotte im Blick behalten. TORM hat weitere MR Tanker gekauft und dürfte nach Abschluss der bereits angekündigten Transaktionen auf insgesamt 103 Schiffe kommen. Das erhöht die mögliche Ertragskraft, bindet aber auch Kapital und vergrößert das Risiko, falls sich die Frachtraten wieder normalisieren.
- Hafnia (HAFNIA.OL)
Hafnia hat mir im Juni umgerechnet 244,39 € Dividende beschert und damit den vierten Platz belegt.
Das Unternehmen hat 0,2877 USD je Aktie ausgeschüttet, wodurch insgesamt 143,8 Millionen USD an die Aktionäre geflossen sind. Der Betrag hat 80 % des bereinigten Quartalsgewinns entsprochen.
Bei Hafnia hängt die Ausschüttungsquote direkt vom Verschuldungsgrad ab. Da die Net Loan to Value Quote zum Quartalsende bei 20,2 % gelegen hat, hat die Stufe mit einer Ausschüttungsquote von 80 % gegriffen. Unterhalb von 20 % wären laut Dividendenpolitik sogar 90 % möglich gewesen.
Operativ hat Hafnia im ersten Quartal eine durchschnittliche TCE Rate von 30.327 USD pro Tag erzielt. Für das zweite Quartal sind bereits 73 % der verfügbaren Tage zu durchschnittlich 46.600 USD gebucht gewesen, wodurch sich eine deutliche Verbesserung gegenüber dem ersten Quartal angedeutet hat.
Etwa 300 geplante Off Hire Tage, die durch Werftaufenthalte entstanden sind, dürften allerdings einen Teil des Rückenwinds wieder aufgezehrt haben.
Spannend ist Hafnia inzwischen aber nicht mehr nur wegen der eigenen Flotte. Das Unternehmen hat seit Dezember 2025 einen Anteil von 13,97 % an TORM gehalten. Zum Ende des ersten Quartals hat diese Beteiligung einen Marktwert von rund 395 Millionen USD erreicht und einen nicht realisierten Wertzuwachs von 117,8 Millionen USD geliefert.
Zusätzlich hat Hafnia bereits 9,9 Millionen USD an Dividenden aus der TORM Beteiligung erhalten.
Da ich sowohl Hafnia als auch TORM direkt im Depot halte, entsteht dadurch eine gewisse Überschneidung. Ein Teil meiner wirtschaftlichen TORM Position steckt indirekt noch einmal in Hafnia. Das ist nicht zwingend negativ, sollte bei der Einordnung der eigenen Shipping Exposure aber berücksichtigt werden.
Hafnia bleibt für mich aufgrund der Größe und der breiten Product Tanker Flotte einer der interessantesten Werte im Sektor. Die TORM Beteiligung bringt zusätzliche Fantasie rund um eine mögliche Konsolidierung der Branche, erhöht aber gleichzeitig die Abhängigkeit von der Entwicklung einer einzelnen Beteiligung.
- Okeanis Eco Tankers (ECO)
Mit umgerechnet 206,18 € Dividende ist der absolute Betrag bei Okeanis Eco Tankers deutlich kleiner ausgefallen als bei den übrigen Positionen meiner Top 5. Das hat allerdings vor allem an meiner geringeren Positionsgröße und nicht an einer niedrigen Ausschüttung je Aktie gelegen.
Für das erste Quartal hat Okeanis eine Dividende von 2,00 USD je Aktie erklärt. Im vorherigen Quartal sind noch 1,55 USD ausgeschüttet worden. Auch hier haben die Zahlungen der Entwicklung des Tankermarktes gefolgt, weshalb sie von Quartal zu Quartal erheblich schwanken können.
Okeanis ist deutlich fokussierter aufgestellt als Hafnia oder International Seaways. Das Unternehmen konzentriert sich auf große Rohöltanker und hat im betrachteten Quartal über jeweils acht moderne VLCCs und Suezmax Tanker verfügt. Sämtliche Schiffe sind mit einem ECO Design und Scrubbern ausgestattet worden.
Das erste Quartal ist operativ ausgesprochen stark verlaufen. Die Flotte hat durchschnittlich 93.100 USD je Betriebstag erzielt. Bei den VLCCs sind es 104.300 USD gewesen, während die Suezmax Tanker auf 81.600 USD gekommen sind.
Für das zweite Quartal sind bereits 46 % der verfügbaren VLCC Spot Tage zu durchschnittlich 223.900 USD und 60 % der Suezmax Tage zu 187.300 USD gebucht gewesen.
Gerade diese Zahlen zeigen, wie groß der operative Hebel bei einem vergleichsweise kleinen Pure Play ausfallen kann. Wenn die Raten steigen, schlagen die zusätzlichen Einnahmen sehr direkt auf Gewinn und Cashflow durch. Das funktioniert allerdings auch in die entgegengesetzte Richtung.
Positiv sehe ich die junge und effiziente Flotte, die aufgrund ihres Designs und der eingesetzten Technik wettbewerbsfähig aufgestellt ist. Gleichzeitig ist Okeanis stärker konzentriert als die übrigen Unternehmen meiner Top 5, da es weniger Schiffe, nur zwei Größenklassen und praktisch keine Diversifikation in andere Shipping Segmente gibt.
Für mich bleibt Okeanis deshalb eine interessante Ergänzung, aber keine Position, deren Gewichtung ich unbegrenzt ausbauen würde.
Es gab noch viele weitere, kleinere Dividendenausschüttungen, welche ihr in den Screenshots oben sehen könnt.

In den ersten fünf Monaten des Jahres kamen bereits über 15.400€ an Dividenden zusammen!
Für eine bessere Einordnung findet ihr weitere Infos zum aktuellen Marktwert der Top 5 Werte in meinem Depot bei DivvyDiary*.
Reguläre Dividendenerhöhungen im Juni
- UnitedHealth Group erhöht seine Quartalsdividende von 2,21 USD auf 2,32 USD je Aktie (+5%)
- Realty Income erhöht seine Monatsdividende von 0,2705 USD auf 0,2710 USD je Aktie (+0,2%)
- Noah Holdings erhöht seine reguläre Schlussdividende nach der endgültigen Anpassung von 0,831 RMB auf 0,892 RMB je Stammaktie (+7,3 %)
- Target erhöht seine Quartalsdividende von 1,14 USD auf 1,16 USD je Aktie (+1,8%)
- Rubis erhöht seine Jahresdividende von 2,03 EUR auf 2,07 EUR je Aktie (+2,0%)
- W. P. Carey erhöht seine Quartalsdividende von 0,93 USD auf 0,94 USD je Aktie (+1,1%)
Variable Dividendenanpassungen im Juni
- Himalaya Shipping erhöht seine variable Monatsdividende von 0,15 USD auf 0,22 USD je Aktie (+46,7%)
Sonderdividenden im Juni
- Noah Holdings schüttet zusätzlich zur regulären Schlussdividende eine Sonderdividende von rund 0,892 RMB je ADS aus
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