Optionshandel im September 2021

optionshandel im september 2021

Hallöchen liebe Leser! Wie zuletzt angekündigt möchte ich das Thema Optionshandel und -gewinne in einer separaten Beitragsreihe thematisieren. Vor allem auf Instagram hatten einige Follower darum gebeten, etwas mehr Insights zu erhalten. In diesem Blogpost soll es darum um den Optionshandel im September 2021 gehen. Viel Spaß beim Lesen!


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Optionshandel im September 2021

Im September war der Optionshandel wieder recht lukrativ und ich konnte umgerechnet 2.589,93 EUR an Gewinnen realisieren. Zum Monatsanfang sah das ganze aber noch nicht so positiv aus. Der Optionshandel lebt ja von der Volatilität und wenn diese niedriger ist, fallen die Optionsprämien geringer aus. So ein realisierter Gewinn sieht natürlich immer super aus, aber wichtig ist mir klarzustellen, dass es auch schlechte Trades gibt! Daher gibt es auch vorab eine Pflichtlektüre, nämlich den Disclaimer!


Optionsbasics

Ich versuche vorab einige Begriffe zu erläutern, die ich nachfolgend des öfteren erwähnen werde. Das sind aber bei weitem nicht alle Begriffe.

Strike

Der Strike oder Basispreis ist der Preis, den wir für eine Option festlegen. Liegt der Aktienkurs einer Aktie beispielsweise bei 50 USD, könnten wir einen Short Put verkaufen mit Strike 40 USD.

ITM/OTM

Der zuvor erwähnte Strike von 40 USD wäre im Put-Beispiel OTM (out of the money) bzw. “aus dem Geld”. Der Strike ist also unter dem aktuellen Aktienkurs. Bei Calls ist OTM, wenn der Strike über dem aktuellen Aktienkurs liegt (z. B. 60 USD).

ITM (in the money) bzw. “im Geld” ist dann genau andersherum. Für Puts liegt der Strike über dem Aktienkurs, für Calls darunter.

Lotgröße

Vorab ist meiner Meinung wichtig zu verstehen, in welchen Dimensionen sich der Optionshandel abspielt und warum doch schon etwas Kapital zur Verfügung stehen sollte. Die Standard Lotgröße beträgt 100 Aktien. Was bedeutet das nun? Handle ich einen Short Put und wird diese Option ausgeübt, werden mir nicht eine, sondern 100 Aktien angedient. Hatte die Option einen Strike von 20 USD, sind also 2.000 USD Kapital nötig. Es gibt einige Ausnahmen, britische Aktien an der London Stock Exchange haben eine Lotsize von 1.000, italienische Aktien manchmal 100, manchmal 500.

Optionsgriechen

Insgesamt gibt es vier Optionsgriechen. Delta, Gamma, Theta und Vega. Was das genau ist und was die Optionsgriechen aussagen, wurde auf dem Captrader-Blog ganz gut erklärt. Schaut mal rein!


Optionsstrategien und Beispieltrades

Ich versuche die von mir verwendeten Optionsstrategien mit Beispielen genauer, aber auf sehr einfachem Niveau, zu erläutern.

Short Put / Cash Secured Put

Absolutes Basic ist für mich der Short Put bzw. Cash Secured Put. Short bezeichnet hier die Verkäuferseite und Put eine Verkaufsoption. Ich verkaufe also eine Option auf ein Underlying und habe die Pflicht die Aktie(n) zu kaufen. Im Gegensatz dazu hat der Käufer einer Option nicht die Pflicht, sondern das Recht, ein Wertpapier zu verkaufen.

Der Begriff Cash Secured bezieht sich auf das Geld auf dem Verrechnungskonto. Ein Put ist Cash secured bzw. gedeckt, wenn der vollständige Betrag vorhanden ist im Falle der Optionsausübung bzw. Andienung. Das Gegenteil wäre Naked, hier genügt es, wenn die Margin-Mindestanforderung hinterlegt wird.

Ein Beispiel aus der Praxis: Bereits Ende Juli habe ich den Short Put BZUN Sep17'21 20 PUT verkauft auf das chinesische E-Commerce Unternehmen Baozun. Dieser hatte also einen Strike von 20 USD mit Verfallsdatum 17.09. Hierfür habe ich eine Prämie von 110 USD erhalten, denn die Option ist zum Laufzeitende wertlos verfallen.

Normalerweise kaufe ich Optionen vorzeitig zurück, meist bei ca. 80% Gewinn. In Falle von Baozun habe ich klassisch als Stillhalter agiert und “still gehalten”. Der Kurs ist während der Laufzeit auch mal unterhalb des Strikes von 20 USD gefallen, war also “im Geld” oder “ITM” (in the money). Am 17.09 war der Kurs aber >20 USD und damit konnte ich 100% der Prämie als Gewinn realisieren.


Covered / Naked bzw. Short Call

Hat man schon einige Aktien im Depot, kann man ggf. mit Covered Calls arbeiten, um langfristig Prämien zu kassieren. Covered ist ein Call dann, wenn man 100 (je nach Lotgröße) Aktien eines Unternehmens im Depot hat. Das Schreiben von Covered Calls ist langfristig gesehen durchaus lukrativ, da man durch die vereinnahmten Prämien die Kostenbasis senken kann und das Riskio “nur” darin besteht, dass einem die Aktien ausgebucht werden und ein potenzieller Gewinn entgeht.

Ich schreibe sowohl Covered Calls als auch Naked Calls. Ein Beispiel für erstere wäre Fresenius. Hier hatte ich im September 24 EUR Gewinn (26 EUR Prämie – 2 EUR Provision) realisiert durch die Call-Option FRE Sep17'21 48 CALL.

Ein nicht nachahmenswertes Beispiel eines Naked Calls war im September JD.com mit dem Optionstrade JD Sep17'21 75 CALL, der mir zunächst eine Prämie von 57 USD einbrachte. Von JD.com habe ich 60 Aktien im Depot, daher ist das auch als “naked” zu betrachten. Beim Aufsetzen des Calls lag der Kurs von JD bei etwa 65 USD und durch die schlechte Nachrichtenlage ging ich davon aus, dass etwas Zusatzprämie eine gute Idee wäre. Der Kurs ging dann tatsächlich in den nächsten 1-2 Tagen noch etwas weiter runter, aber dann mehr oder weniger straight auf etwa 84 USD.

Hier sieht man ganz gut welches Risiko ein Naked Call hat, nämlich ein unbegrenztes, der Wert des Underlyings kann schließlich (zumindest theoretisch) unendlich steigen. Was würde denn eigentlich passieren, wenn diese Option ausgeübt worden wäre (Spoiler: Wurde sie nicht!)?
Meine 60 Aktien mit Kostenbasis 76 USD hätte ich zu 75 USD verkaufen müssen, die restlichen 40 hätte ich mir zum aktuellen Marktpreis kaufen müssen (z. B.) 84 USD und dann auch zu 75 USD wieder abgeben. Uncool!

Ich hatte also zwei Optionen, nämlich Verlust realisieren oder Rollen (das erkläre ich weiter unten). Ich habe mich für ersteres entschieden und den Naked Call für 696 USD zurückgekauft.
Der realisierte Verlust belief sich also auf 639 USD (57 USD – 696 USD)!


Short Strangle

Ein Short Strangle ist eine kombinierte Optionsstrategie, die mit zwei Optionstrades eröffnet wird. Einem OTM Short Put und einem OTM Short Call. Durch letzteren ist das Verlustrisiko wieder unbegrenzt. Ein Short Strangle ist dann erfolgreich, wenn der Aktienkurs zwischen den beiden gewählten Strikes bleibt.

Auch hier möchte ich ein Beispiel bringen. Ich habe für mich 3-4 passende Underlyings identifiziert, die sich in gewissen Marktphasen für einen Short Strangle eignen. Für diesen Beitrag nehme ich exemplarisch den REIT Simon Property Group.

Ende August hatte ich eine Short Straddle aufgesetzt, mit Short Put SPG Oct15'21 115 PUT sowie den Short Call SPG Oct15'21 145 CALL. Hierfür habe ich Prämien von 142 USD bzw. 115 USD erhalten. Beide wurden vorzeitig zurückgekauf für 42 USD bzw. 34 USD und insgesamt 181 USD Gewinn realisiert (142 USD – 42 USD + 115 USD – 34 USD).


Rollen

Das sogenannte Rollen erlaubt es mir flexibler zu sein und beispielsweise Verluste und/oder Andienungen zu vermeiden. Dazu “rolle” ich eine Option sozusagen weiter in die Zukunft und kann dort auch den Strike entsprechend anpassen.

Ich möchte das ganze einmal am Beispiel des Office-REITs SL Green Realty (SLG) erläutern:

Bereits am 24. August habe ich den Short Put SLG Sep17'21 70 PUT aufgesetzt. Dieser hatte also einen Strike von 70 USD und das Verfallsdatum 17.09.21. Der Strike war zum damaligen Zeitpunkt eng am aktuellen Kurs gewählt, mit dem Ziel mir den Wert evtl. andienen zu lassen. Hierfür habe ich eine Prämie von 160 USD erhalten.

Am 14.09 lag der Kurs schon etwas im Geld, wäre mir also zum Laufzeitende angedient worden. Ich habe also einen Blick auf die Optionskette geworfen und mich dafür entschieden zu “rollen”. Also habe ich den Short Put zurückgekauft und dafür 235 USD zahlen müssen und sofort wieder einen weiteren Short Put verkauf, nämlich SLG Oct15'21 70 PUT. Hierfür habe ich dann 399 USD erhalten. Final habe ich dann am 24.09 den neuen Put für 84 USD vorzeitig zurückgekauft.

Das gesamte einmalige und erfolgreiche (mit realisiertem Gewinn) Rollen bedarf also vier Optionstrades.

  • Verkauf SLG Sep17'21 70 PUT = 160 USD
  • Kauf SLG Sep17'21 70 PUT = -235 USD
  • Verkauf SLG Oct15'21 70 PUT = 399 USD
  • Kauf SLG Oct15'21 70 PUT = -84 USD
  • Realisierter Gewinn abzgl. Provisionsgebühr = 230 USD

Andienungen

Durch 4x Put-Kontrakte KMI Sep24'21 17 PUT wurden mir im September 400 Aktien des US-Pipelinebetreibers Kinder Morgan zum Preis von 17 USD angedient.


Optionshandel-Literatur

Zu Beginn meiner Optionshandelsreise habe ich zwei Bücher gelesen, die mir die Theorie nähergebracht haben und die ich euch empfehlen kann. Die Bücher findet ihr hier.


Perfekter Einstieg in den Optionshandel – Der STILLHALTER-Brief

Vincent vom Blog freaky finance hat dieses Jahr einen tollen Service gestartet für alle, die sich für das Vereinnahmen von Prämien aus dem Optionshandel interessieren. Jede Woche gibt es per E-Mail Trades inkl. aller Details zur Ausführung, Begründung und Vorgehen. Ich selbst nutze den Service seit Anfang an und finde es gerade für Einsteiger super!

Wenn ihr den STILLHALTER-Brief* austesten wollt, erhaltet ihr mit meinem Link* einen Rabatt von 10% auf das 1 Monatsabo für kleinere Depots (LIGHT) sowie das Abo für 1 Monat (CLASSIC). Dafür müsst ihr nur bei der Bestellung unter Anmerkung den Code “investdiv” angeben.


Dividenden-Alarm

Der Dividenden-Alarm* von Alex Fischer ist ein Tool, dass ich schon längere Zeit für meine Dividendenaktien einsetzen. Mit dem Tool seht ihr in anhand eines Indikators in welcher Marktphase wir uns befinden und Signale zeigen euch, welche unterbewerteten Dividendenaktien es noch gibt. Der Support via Telegram ist einsame Spitze und war besonders im letzten Jahr, während des Crashs Gold wert.


Meine Options-Broker

Meine Aktien habe ich über verschiedene Depots bei mehreren Brokern verteilt. Wie ihr es von mir kennt, schreibe ich transparent, was ich bei den mit * markierten Affiliate- bzw. Referral-Links erhalte und was vielleicht für euch als Bonus drin ist. Kosten für euch entstehen nie!

 

Bei Captrader, einem deutschen Reseller von Interactive Brokers unterhalte ich mein größtes Depot. Hier kann ich bereits ab 1 US-Cent bzw. mindestens 2 USD direkt an der NYSE Aktien kaufen. Deutsche Aktien sind ebenfalls bereits ab 2 € handelbar. Auch über andere Broker nicht handelbare Wertpapierarten, wie z. B. Close-end Funds sind dort verfügbar. Außerdem betreibe ich dort meinen Optionshandel.

Registriert ihr euch über meinen Link* könnt ihr Captrader auch erst mal ganz easy mit einem Demokonto und Spielgeld testen. Ich erhalte für ein Demokonto 20€ sowie weitere 50€, vorausgesetzt ein aktives Depot wird eingerichtet und es wurde für 20€/USD gehandelt.

 

Degiro ist mein zweitgrößtes Depot. Durch die Fusion mit flatex wird es künftig viele positive Änderungen geben. Der Broker hat ebenfalls sehr günstige Konditionen und man kann bereits ab 0,50€ an den US-Börsen handeln. Bei Degiro handle ich u. a. europäische Optionen.

Eröffnet ihr mit meinem Link* ein Depotkonto bei Degiro erhaltet ihr 20€ Transaktionsguthaben zurückerstattet. Voraussetzung dafür ist, dass ihr 20€ Transaktionsguthaben innerhalb von 3 Monaten verbraucht. Sollte das der Fall sein, erhalte ich dieselbe Möglichkeit.


Infos zu Aktien, P2P uvm. auf Twitter und Instagram

In eigener Sache möchte ich noch erwähnen, dass ich auch über auf Twitter (kaph1016) und Instagram (investdiversified) immer wieder neue Projekte vorstelle, in die ich selbst investiere. Auch auf Facebook bin ich mit einer Seite vertreten. Weiterhin gibt es auch ein paar Einblicke, wie ich in anderen Bereichen investiert bin. Folgt mir doch einfach!

*Einige Links in meinen Beiträgen sind Affiliate- bzw. Referral-Links. Das bedeutet ich erhalte einen kleinen Obolus. Für jeden der diese Links nutzt entstehen aber keinerlei Kosten oder andere Nachteile. Im Gegenteil, meistens gibt es einen Startbonus oder Cashback. Sofern es möglich ist, verwende ich auch nur die Angebote, bei denen es auch etwas für euch gibt. Wenn ihr diese Links also nutzt, unterstützt ihr meinen Blog und dafür sage ich schon mal im Voraus Danke!

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